Nach mehreren Jahren in Assetto Corsa Competizione wurde die Couch Masters-Liga neu ausgerichtet. Künftig stehen mit RaceRoom, iRacing und Le Mans Ultimate mehrere Simulationen zur Auswahl. Heute ging es für mich gemeinsam mit meinem Team Fastlane Motorsports zum Testevent in Le Mans Ultimate – und das auf keiner geringeren Strecke als Spa-Francorchamps.

Die Bedingungen waren ideal: trockenes Wetter, gute Sicht und eine schnelle Strecke. Bisher war ich in Le Mans Ultimate hauptsächlich unterwegs, um mein Safety Rating aufzubauen. Gerade als Anfänger fährt man dabei häufig mit Fixed Setups. Dieses Testevent war für mich deshalb etwas Besonderes, denn zum ersten Mal bin ich mit einem individuell angepassten Setup gefahren. Dieses Setup bekam ich von meinem Teamkollegen Oliver Hudek.

Schon in den ersten Runden merkte ich deutlich, dass sich das Auto auf frischen Reifen sehr schwammig und rutschig anfühlt. Es brauchte mindestens zwei Runden, bis die Reifen richtig im Arbeitsfenster waren und der volle Grip zur Verfügung stand. Im Qualifying konnte ich eine Zeit von 2:22.829 fahren und landete damit auf Startplatz 13.

Der Rennstart verlief zunächst sehr sauber. Ich konnte meine Position halten und lag in Eau Rouge sogar kurzzeitig auf Platz 12. Allerdings kam ich dort nicht optimal durch, sodass die Fahrer hinter mir schnell wieder aufschließen konnten.

Nach rund neun Minuten entwickelte sich über mehrere Runden ein enger Zweikampf mit „D. Driver“. Wir lagen dicht beieinander, und schließlich konnte ich ihn mit einem mutigen Überholmanöver überholen – sicher eines der Highlights meines Rennens.

Nach 25 Minuten stand der erste Boxenstopp an, und dort wurde es richtig chaotisch. Kurz vor mir zog ein anderes Fahrzeug plötzlich heraus, was mich irritierte. Dadurch verpasste ich meine eigene Box und fuhr daran vorbei. Als ich den Fehler bemerkte, kam es direkt hinter mir zu einem weiteren Zwischenfall: Ein anderes Fahrzeug fuhr in meinen Teamkollegen Oliver Hudek, vermutlich ebenfalls beim Versuch, in die Box zu kommen. Während Oliver wieder aus der Box herausfuhr und an mir vorbeizog, musste ich den Rückwärtsgang einlegen und zurück in meine Box rollen. Das kostete mich über 14 Sekunden und brachte zusätzlich Schaden am Fahrzeug.

Mit frischen Reifen ging es anschließend weiter. Nach rund 45 Minuten wurde die virtuelle Energie erneut knapp, sodass der nächste Boxenstopp fällig wurde. Dieser verlief diesmal deutlich sauberer und kontrollierter.

Doch kurz danach passierte der nächste Rückschlag. Auf ganz frischen Reifen verlor ich nach etwa drei Vierteln der Runde das Auto, drehte mich raus und schlug in die Leitplanke ein. Die rechte Vorder- und Hinterachse waren beschädigt, dazu kam ein leichter Frontschaden. Das Lenkrad stand schief, und ich musste entscheiden: die letzten zehn Minuten mit Schaden irgendwie überstehen oder noch einmal an die Box fahren.

Ich entschied mich für den sicheren Weg und absolvierte einen weiteren Stopp, um das Rennen auf jeden Fall ins Ziel zu bringen. Am Ende beendete ich das Rennen auf Platz 17. David Wermelskirchen beendete das Rennen auf Platz 8 und Oliver Hudek auf Platz 5.

Auch wenn meine Platzierung nicht optimal war, war dieses Testevent für mich extrem wertvoll. Ich habe viel über Setup-Verhalten, Reifenmanagement, virtuelle Energie, Pitstop-Strategie und die Bedeutung einer sauberen Boxenstopp-Planung gelernt. Gerade in Le Mans Ultimate wurde mir noch einmal bewusst, wie wichtig Vorbereitung und Strategie sind, um im Rennen konstant und konkurrenzfähig unterwegs zu sein.

Für mich war dieses Rennen deshalb kein Rückschlag, sondern ein wichtiger Lernschritt. Auf diesen Erfahrungen kann ich für die kommenden Rennen aufbauen – mit mehr Wissen, besserer Planung und deutlich mehr Routine.